In dem 1597 erbauten Jagdschloss des lippischen Fürsten Simon VI. befindet sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein Seniorenheim. Bis heute leben ältere und pflegebedürftige Menschen in dem modernisierten Heim in Nordrhein-Westfalen. Ein großes Team an Fachpersonal betreut und pflegt heute die rund 35 Heimbewohner.

Das Jagdschloss

Das ehemalige Jagdschloss in Oesterholz wurde im 16. Jahrhundert auf dem Gelände einer Meierei erbaut. Reichsgraf Simon VI. zur Lippe der Grafschaft Lippe-Detmold besuchte den damaligen Hof oft bei seinen Jagdausflügen. Die Meierei und das Gelände beeindruckten ihn so sehr, dass er beschloss, den Hof zu übernehmen, um 1597 ein Schloss zu errichten. Der Bauherr ließ imposante Fachwerkbauten errichten, um hochrangige Gäste in Empfang nehmen zu können. Zum Schutz des Grafen umgab ein Wassergraben das Jagdschloss und war nur über eine Zugbrücke erreichbar. In der Fassade befanden sich zur Verteidigung Schießscharten.

Im Laufe der Zeit wurden durch Krieg und Plünderei einige Teile des Schlosses zerstört und später wieder neu aufgebaut. Letztlich verfiel das Jagdschloss jedoch. Lediglich die erhaltene Meierei diente bis ins 20. Jahrhundert als Verwaltungssitz des Forstamtes Horn. Späterhin zog auch das Forstamt aus den Gebäuden aus. Im Jahr 1929 gab es einen Beschluss des Landtags des heutigen Nordrhein-Westfalens und des Landespräsidiums zu den noch erhaltenen Gebäudeteilen. Es wurde entschieden, den noch bestehenden Komplex als Altenheim umzufunktionieren.

Das Seniorenheim Oesterholz

Bis heute findet das denkmalgeschützte ehemalige Jagdschloss Oesterholz als Seniorenheim eine Nutzung. Es ist nach den neuesten Richtlinien modernisiert und bietet über 35 Heimplätze an. Rund 300 Mitarbeiter kümmern sich um die Betreuung von älteren und pflegebedürftigen Menschen. Nach eigenen Angaben beginnen die Kosten bei einer monatlichen Unterbringung ohne Pflegestufe bei etwa 2.625 Euro. Die Preise umfassen ein großes Leistungsangebot und beinhalten bereits alle Sonderkosten.

Im Zuge des demographischen Wandels wird die Bevölkerung durch bessere medizinische Versorgung und eine gesündere Ernährung immer älter. Zusätzlich steigt die Anzahl an pflegebedürftigen Menschen im Alter an. In vielen Fällen ist es aber nicht mehr möglich, Betroffene zu Hause durch Familienangehörige zu betreuen oder zu pflegen. Daher entscheiden sich immer mehr Menschen für ein altersgerechtes Wohnheim.

Finanzielle Absicherung im Alter

Wer sich entscheidet im Alter in einem Seniorenheim zu leben, sollte rechtzeitig finanziell vorsorgen. Denn für die dauerhafte Unterbringung im Seniorenheim wird eine monatliche Miete fällig. Damit sich Senioren neben den Mietkosten auch etwas leisten können, ist es ratsam, mit einer Altersvorsorge entsprechend vorzusorgen. Zusätzlich sollte bedacht werden, dass mit fortschreitendem Alter auch das Risiko steigt, pflegebedürftig zu werden. Ob die daraus entstehenden Pflegekosten allein mit der privaten Altersvorsorge gedeckt werden können, ist nicht immer gewährleistet.

Für den Fall der Pflegebedürftigkeit ist eine private Pflegeversicherung ein unverzichtbares Element für die Vorsorge im Alter. Sie greift, sobald Versicherte pflegebedürftig sind. Zudem schließt sie oftmals finanziellen Lücken, die durch die geringen Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung entstehen.

Neben den Themen Altersvorsorge und Pflegeversicherung wird mit zunehmendem Alter auch der Bereich der Bestattungsvorsorge relevant. Viele ältere Menschen wollen einerseits die Gestaltung ihrer eigenen Beerdigung geklärt und sich andererseits auch um die Finanzierung gekümmert haben. Besonders der zweite Grund ist für einen Großteil der Senioren ausschlaggebend. Denn sie wollen für ihre Angehörigen nicht zur finanziellen Belastung werden.

Bildnachweis: By Tsungam (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons