Je älter man wird, desto mehr rückt der Gedanke in den Vordergrund, wie man sich den Rest seines Lebens vorstellt. Unwillkürlich fragt man sich auch, wie es wäre, auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen zu sein. Dabei spielt nicht nur das Thema Abhängigkeit eine große Rolle, sondern auch, wie die verpflegenden Personen bezahlt werden. Die gesetzlichen Leistungen allein decken die Kosten nicht.

Zusätzliche Absicherung bei Pflege für mehr Unbeschwertheit

Viele ältere Menschen haben Angst pflegebedürftig zu werden. Schließlich wollen sie ihr Leben selbstbestimmt führen und noch einiges im Ruhestand erleben. Doch Pflegebedürftigkeit wird oft mit dem Gedanken an ein Pflegeheim, Minuten-Pflege und wenig Mobilität verbunden. Dabei können Senioren insbesondere bei leichter Pflegebedürftigkeit noch viele Dinge unternehmen und ihren Ruhestand genießen. Voraussetzung ist allerdings, dass sie die Aktivitäten auch bezahlen können. Muss jedoch ein Großteil der Rente für die Pflege aufgewendet werden, etwa um Pflegedienste zu zahlen, ist dies schwierig.

Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung unzureichend

Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung haben sich zwar zuletzt verbessert. Dennoch ist das staatliche Sicherheitsnetz nicht dazu ausgelegt, die kompletten Kosten zu decken, die pflegebedürftigen Personen entstehen. In der höchsten Pflegestufe bzw. Pflegegrad zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung bis zu knapp 2.000 Euro im Monat aus. Das klingt nach viel Geld. Allerdings kommen diese hohen Leistungen nur Pflegebedürftigen in vollstationärer Pflege zugute. Die tatsächlichen Pflegekosten belaufen sich hierbei leicht auf das Doppelte dieser Summe. Was nicht von der Pflegekasse bezahlt wird, muss aus der eigenen Tasche gezahlt werden.

Wieso ist eine private Pflegeversicherung wichtig?

Um die sogenannte Pflegelücke zu verringern, also das Defizit zwischen Pflegekosten und Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung, ist Vorsorge wichtig. Wer eine private Pflegeversicherung abschließt, ermöglicht sich finanzielle Unabhängigkeit und gute Pflege im Ernstfall. Denn wenn mit den Leistungen der privaten Pflegeversicherung die Pflegekosten gedeckt werden, bleibt Versicherten mehr Geld, über das sie frei verfügen können. Egal ob bei geringem oder hohem Pflegebedarf: Diese Autonomie ist wichtig.

Zusätzlich können Menschen mit einer privaten Pflegeversicherung das Risiko minimieren, dass ihre Angehörigen für die Pflegekosten aufkommen. Denn reichen Rente und Rücklagen nicht aus, um die Pflegelücke zu schließen, springt das Sozialamt zunächst ein. Dieses versucht sich jedoch die Kosten von den Angehörigen zurückzuholen. Wer vorgesorgt hat, erspart eigenen Kindern bzw. Eltern diese Situation.

Vor- und Nachteile der drei Formen der privaten Pflegeversicherung

Es gibt drei Arten der privaten Pflegeversicherung. Die bekannteste ist die Pflegetagegeldversicherung. Mit ihr vereinbaren Versicherte die Auszahlung eines Tagessatz, beispielsweise 50 Euro oder 100 Euro pro Tag. Dieser Betrag wird bei den meisten Versicherern bei höchster Pflegebedürftigkeit voll ausgezahlt. In niedrigeren Pflegestufen bzw. Pflegegraden wird die Leistung prozentual angepasst. Der große Vorteil dieser privaten Pflegeversicherung ist die finanzielle Freiheit für Versicherungsnehmer. Sie können frei darüber entscheiden, wofür sie die Leistungen verwenden.

Neben dem Pflegetagegeld gibt es die Pflegerentenversicherung. Mit ihr erhalten Versicherte im Pflegefall eine monatliche Rente. Als Vorteil dieser Form wird häufig die Beitragsfreistellung genannt, wenn sich Kunden die Beiträge für eine gewisse Zeit nicht leisten können. Zudem bleibt der monatliche Beitrag stets gleich hoch. Insgesamt ist diese Form der privaten Pflegeversicherung jedoch vergleichsweise teuer.

Eine Pflegekostenversicherung beteiligt sich an den tatsächlich anfallenden Pflegekosten zu einem festgelegten Prozentsatz. Steigen diese, erhöhen sich auch die Leistungen. Pflegebedürftige können jedoch nicht selbst über das Geld verfügen, die Absicherung ist damit im Vergleich zum Pflegetagegeld inflexibel.