Generationenübergreifendes Verständnis fördern

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Damit es in Zukunft weniger „Alt gegen Jung“ und stattdessen mehr „Alt und Jung zusammen“ heißt, haben wir uns das Ziel gesetzt, generationenübergreifendes Verständnis zu fördern. Denn dieses ist nicht selbstverständlich. Ältere regen sich beispielsweise häufig über die Respektlosigkeit junger Menschen auf. Umgekehrt gibt es aber Situationen, in denen Jüngere den Kopf über Ältere schütteln. Doch statt an den Unterschieden festzuhalten, ist es wichtig, Gemeinsamkeiten zu finden.

Unterschiedliche Konflikte gestalten Miteinander schwierig

Probleme zwischen den Generationen sind keine neuzeitliche Entwicklung oder eine kulturspezifische Angelegenheit. Allein durch das Aufwachsen in unterschiedlich geprägten Zeiten – politisch, sozial, wirtschaftlich – entwickeln sich verschiedene Wertestrukturen, die bei der jeweils anderen Generation auf Unverständnis stoßen können. So fühlen sich beispielsweise viele Ältere oftmals respektlos von Jüngeren behandelt – aber das Gefühl kann auch umgekehrt auftreten. Generationenkonflikte sind entsprechend geprägt von

  • Werteunterschieden
  • Interessensgegensätzen
  • Unterschiedlichen Machtpositionen
  • Unterschieden in der Lebensweise

Gefühl von ungerechter Behandlung der Generationen

In Deutschland scheinen manche Probleme hausgemacht. So herrscht zwar aktuell ein Fachkräftemangel, dennoch wird älteren Arbeitssuchenden auf dem Arbeitsmarkt selten eine Chance gegeben. Stattdessen erhalten Personen den Vorzug, die deutlich jünger sind. Ein anderes Beispiel stellt der Generationenvertrag dar, der in der gesetzlichen Rentenversicherung das Umlageverfahren regelt. So zahlen aktuelle Beitragszahler die Bezüge der heutigen Rentner. Da es jedoch aufgrund des demografischen Wandels immer mehr Rentenbezieher bei gleichzeitig einer sinkenden Anzahl von Menschen gibt, die Beiträge zahlen, muss die heutige Generation finanziell mehr leisten als noch vor einigen Jahrzehnten. Es überrascht wenig, dass dadurch ein Gefühl der Ungerechtigkeit bei Jüngeren aufkommt.

Aufeinander zugehen – Rollen tauschen

Das Ziel Generationengerechtigkeit besteht nicht nur im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung. Auch die Themen Staatsverschuldung und Umweltschutz müssen hinsichtlich ihrer Gerechtigkeit hinterfragt werden. In den Jahren 2014/15 kann man sich zudem die Frage stellen, wie gerecht eine Regierung ist, deren Rentenreformen (Stichworte Mütterrente und Rente mit 63) hauptsächlich auf Verbesserungen für ältere Generationen abzielen – einer Zielgruppe, die mittlerweile eine sehr große Wählerschaft darstellt. Auf der anderen Seite wird vergleichsweise wenig für jüngere Generationen vonseiten der Regierung getan.

Die Liste möglicher Konflikte und sich anbahnender Probleme kann leicht fortgeführt werden. Doch genau das wäre falsch. Wer sich nur darauf konzentriert, was in der jeweiligen Generation anders ist, wird kaum Verständnis für diese aufbringen. Stattdessen hilft es, sich auf Gemeinsamkeiten zu konzentrieren und darauf, welche Erfahrungen man für sich nutzen kann, die Alt oder Jung bereits gesammelt haben.

Wie kann das generationenübergreifende Verständnis gefördert werden?

Aufeinander zugehen ist nur der erste Schritt, damit Alt und Jung einander verstehen. Auch der nötige Respekt gegenüber der jeweiligen Generation darf nicht fehlen, ebenso wie der Versuch, die Verhaltensweise anderer nachzuvollziehen. Ältere können sich beispielsweise an ihre Jugend erinnern, während Jüngere überlegen können, unter welchen Umständen das Gegenüber aufgewachsen ist. Mit dieser Art Rollentausch lässt sich das Verständnis zwischen den Generationen gut fördern.